
Brahms’ Musik bewegt uns durch ihre Tiefe, ihre Melancholie und die Vollkommenheit ihrer Satzweise. Sie entfaltet sich besonders im Lied und in der Kammermusik. Volksliedhaften Anregungen und dem Charme der Wiener Walzer — darunter Johann Strauss, den er so sehr bewunderte — verpflichtet, ist Brahms auch in diesem Register zuhause, das er mit Eleganz, Anmut und Leichtigkeit beherrscht.
Dieses monumentale Werk existiert in drei Fassungen: Streichquintett, Klavierquintett op. 34 und dieser Sonate für zwei Klaviere (op. 34b, 1864). Clara Schumann bevorzugte die Zwei-Klavier-Version wegen ihrer orchestralen Fülle. Die Sonate entfaltet sich in vier Sätzen symphonischer Weite: ein dramatisches Allegro, ein tief lyrisches Andante, ein feuriges Scherzo und ein Rondo-Finale, das zwischen Zärtlichkeit und Brillanz wechselt.
1865 entstanden, zollen diese sechzehn Walzer der Wiener Walzertradition und Johann Strauss Tribut, den Brahms sehr bewunderte. Für Klavier zu vier Händen geschrieben, reichen sie von überschwänglich bis zart, von laut bis wehmütig. Der berühmte fünfzehnte Walzer in As-Dur zählt zu den geliebtesten Melodien Brahms’ überhaupt. Die Sammlung fängt den Charme, die Eleganz und die Intimität häuslicher Musik ein.
Brahms war einer der großen Liedkomponisten und schrieb über zweihundert Lieder. „Spanisches Lied“ (op. 6 Nr. 1) evoziert spanische Leidenschaft mit einem rhythmischen, gitarrenhaften Begleitfigur. „Liebestreu“ (op. 3 Nr. 1), sein allererstes veröffentlichtes Lied, ist ein Dialog zwischen Mutter und Tochter über treue Liebe. „In stiller Nacht“ (WoO 33 Nr. 42) ist eine zutiefst bewegende Volksliedbearbeitung – eine von Brahms’ intimsten vokalen Seiten.
1865 vollendet, ist die erste Cellosonate vom Geist Bachs durchdrungen. Der erste Satz singt mit einer breiten, edlen Melodie in e-Moll. Das zentrale Allegretto quasi Minuetto bringt anmutigen Kontrast, während das fugal geführte Finale Bachs „Kunst der Fuge“ ausdrücklich verehrt. Die Sonate ist ein Meisterwerk des Repertoires für Cello und Klavier und verbindet intellektuelle Tiefe mit lyrischem Wärme.
